Über uns

Über uns

WiRo, das sind wir, eine Gruppe ehrenamtlich aktiver Bewohner und Bewohnerinnen aus Rondorf, Hochkirchen, Höningen und anderen benachbarten Stadtteilen, die sich 2015 zusammengeschlossen haben, um Geflüchtete als neue Nachbarn willkommen zu heißen.

Uns geht es uns vor allem darum, eine Brücke zwischen den Menschen zu bauen, neue Nachbarn in unsere Gemeinschaft einzubinden und so ein friedliches und harmonisches Miteinander zu unterstützen das von Respekt und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Integration ist unser Leitmotiv, aber sie kann nur gelingen, wenn möglichst viele von uns Zeit  und Lust haben, sich ehrenamtlich dafür zu engagieren.

Seit 2016 leben Geflüchtete in unserem Stadtteil, zunächst in zwei Wohnanlagen im Merlinweg und Weißdornweg,  heute  nur noch im Wohnheim Merlinweg. Sie kommen aus arabischen Ländern, aus Afghanistan und Iran, aus Osteuropa und Afrika und seit 2022 auch viele Geflüchtete aus der Ukraine.

Für sie alle bemühen wir uns auf vielerlei Weise um Hilfestellung beim mühevollen Einstieg in ein neues Leben. Wir bieten Deutschkurse für Erwachsene und Nachhilfe für Kinder, wir helfen bei Arztbesuchen und Behördengängen, wir unterstützen bei der Suche nach Wohnungen, nach Ausbildung und Jobs, wir organisieren Freizeitangebote und helfen bei vielen großen und kleinen Alltagsproblemen. Einige von uns engagieren sich als Paten für eine Person oder ein Familie, andere bringen sich sporadisch ein bei Einzelaktionen oder kleinen Projekten. Aber immer ist es ein Geben und Nehmen, ein Gewinn für beide Seiten durch neue Erfahrungen und neue Erlebnisse im interkulturellen Miteinander.

Besonders dankbar sind wir dabei für die finanzielle und personelle Unterstützung, die wir von der Deutsche-Post-STIFTUNG, der Rhein-Energie-Stiftung,  KOMM AN, dem Katholischen Bildungswerk, der katholischen Kirche in Rondorf , dem Haus der Familie in Rondorf und der Dorfgemeinschaft Rondorf-Hochkirchen-Höningen  e.v. erhalten und erhalten haben.

Gern würden wir unser Willkommensnetzwerk um weitere ehrenamtliche Kräfte erweitern. Interessierte können bei unserem WiRo-Treffen an jedem zweiten Donnerstag im Monat zwischen 18.00 und 20.00 Uhr im Großrotter Hof (im Sommer) oder im Lifetime House (im Winter) reinschauen oder einfach mal in unserem Begegnungscafé im Haus der Familie jeden Freitag zwischen 12.00 und  15.00 Uhr  zu einem gemütlichen interkulturellen Miteinander bei Kaffee, Kuchen oder einer leckeren Suppe vorbeikommen. Wir freuen aus auf Jede und Jeden, die/der bereit ist, den Geflüchteten etwa Zeit zu schenken und damit das eigene Leben zu bereichern.

Beitrag unserer Ehrenamtlerin Inge Nicoll:

Kennenlernen hilft verstehen lernen

Noch genau kann sich Inge Nicoll daran erinnern, als das Vorhaben der Stadt, direkt hinter ihrem Gartenzaun, ein Haus für Geflüchtete zu bauen, bekannt wurde. „Wir waren alles andere als begeistert, dass die Gebäude so dicht an unsere Gärten gebaut wurden. Aber als die Menschen dann einzogen, habe ich direkt geholfen. Die können ja nichts dafür, habe ich gedacht, dass die Stadt so merkwürdig baut.“ Aus dem anfänglichen Vorsatz, die neuen Nachbarn kennenzulernen, ihnen mit Einrichtungsgegenständen zu helfen, wurde mehr. Inge Nicoll übernahm eine Patenschaft zunächst für eine Familie aus dem Irak. Sie unterstützte sie vor allem dabei, schnell in Deutschland und speziell in Rondorf Fuß zu fassen.

Vor allem aber unterstützte sie sie darin zu verstehen, wie die Dinge hier laufen, denn die Familie sprach zu diesem Zeitpunkt noch kein Wort Deutsch, nur ein bisschen Englisch. Zwei Jahre lang begleitete Inge Nicoll die Familie, zum Teil auch zu Behörden, die Kinder zum Arzt oder saß einfach mit ihnen beim Kaffee zusammen. „Ich habe es tatsächlich geschafft, dass alle Familienmitglieder heute ihren eigenen Weg gehen. Die Kinder besuchen die Schule, sprachen schnell ein fast akzentfreies Deutsch, der Vater und die größeren Kinder fanden Arbeit und heute leben sie in Widdersdorf in einer eigenen Wohnung“, erzählt Inge Nicoll. Noch heute besucht sie die Familie. Nicht mehr so häufig, denn sie können längst ihren Alltag in Köln allein bewältigen. Und genau das ist die Zielsetzung einer Patenschaft, die nur so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie der Einzelne erübrigen kann.

Inge Nicoll hatte diese Zeit und kümmerte sich fortan um die nächste Familie, als sie bei einem Treffen der ehrenamtlich Aktiven gefragt wurde, ob sie sich um eine Familie aus dem Kosovo kümmern könnte. Die Frau war erkrankt und benötigte Hilfe. Nach einem ersten Kennenlernen und weiteren Treffen kristallisierte sich schnell heraus, dass die Chemie zwischen ihnen stimmte, und Inge Nicoll unterstützte auch diese Familie bei Arzt- und Ämterbesuchen. Heute lebt die Familie in Sülz, der Mann hat zwischenzeitlich einen Hilfsjob angenommen, möchte aber eine Ausbildung zum Fliesenleger machen, und die Kinder sind mit einem Kindergarten- und Schulplatz gut versorgt. Mit der Unterstützung der ehrenamtlichen Kräfte, die bei WiRo aktiv sind, gelingt es vielen Familien in Köln Fuß zu fassen und ein eigenständiges Leben zu führen.

Beitrag unserer Ehrenamtlerin Franziska Link:

Erste Schritte zur Integration

Nach dem Abitur hatte ich ein wenig mehr Zeit, um mich stärker vor Ort in der Arbeit mit Geflüchteten einzubringen. Ich helfe den Kindern und Jugendlichen bei ihren Hausaufgaben und habe auf diese Weise viel über sie, ihre Herkunft und ihr Leben gelernt.

Vor Ort anpacken

Das hat mir gezeigt, dass man nicht erst – wie es so viele meiner Mitschüler nach dem Abschluss getan haben – um die halbe Welt fliegen muss, um wirklich zu helfen. Es gibt hier vor Ort so viel zu tun, da können wir alle ein wenig mit anpacken.

Ich habe durch die Arbeit mit geflüchteten Jugendlichen viele herzliche Menschen kennengelernt. Und das in meiner unmittelbaren Nachbarschaft. Ich hätte nie erwartet, auf so viele unterschiedliche Kulturen hier in Rondorf zu treffen.

Anonymität abbauen

Ich weiß, Integration ist ein ganz schön langer Prozess, aber wenn wir es schaffen, die Anonymität abzubauen, sind wir ein Stück weit in die richtige Richtung gegangen. Es ist meiner Meinung nach nicht nur der erste, sondern auch der wichtigste Schritt.